Ole Tieden (D, Trio)

04.07.2026
Ole Tieden (D, Trio)

Gegen jede Kälte: Zärtlichkeit als Rebellion
Eine Bestandsaufnahme unserer Gegenwart: Tieden besingt leere Häuser und dunkle Gewässer, beschreibt die Suche nach Heimat und die Unmöglichkeit einen jeden retten zu können. Und, dass Zwei- und Einsamkeit oft nur Augenblicke voneinander entfernt sind. Das Album bleibt dabei aber kein Ausbruch von seelischer Tristesse, sondern ist auch ein Ausbruch aus den Verstandeskasernen einer modernen, gefühlsleeren Welt. Mit widerstand zeigt sich, dass in der eigenen Verletzlichkeit und den Gefühlen füreinander ein Schlüssel liegt - Zärtlich sein ist Widerstand!

Seit früher Jugend schreibt der gebürtige Schleswiger Ole Tieden (plattdeutsch für „alte Zeiten“) Lieder. Belohnt wurde er bereits 2016, als er mit 18 Jahren Preisträger des Treffens Junge Musikszene Deutschland, einem Wettbewerb der Berliner Festspiele wurde. In den kommenden Jahren nahm das Theater den Großteil seines Lebens ein. Von 2017 an folgten auf die Ausbildung zum Schauspieler auf der Insel Usedom mehrere Engagements an Deutschen Bühnen (Eisenach, Hildesheim u. a.).

Von Anfang an brachte er seine musikalische Schaffenskraft in fast alle Stücke ein, komponierte, arrangierte und sang regelmäßig für Theaterproduktionen. Begleitet von Komponist und Musiker Stefan Wurz erscheint nun Ole Tiedens Debutalbum „überall hört der himmel auf.“, in dem sich Lieder aus den letzten zehn Jahren finden.

Im Netz wohnt keine Zärtlichkeit und Zärtlich sein ist Widerstand!
Mit seinem Debütalbum „überall hört der Himmel auf.” taucht Liedermacher Ole Tieden gemeinsam mit seinen Hörer*innen ein in eine Welt, die zu oft rau und unterkühlt wirkt. Begleitet von sanfter Akustik und den Naturklängen des Wattenmeers setzt er dieser Welt einen Rettungsanker, denn in seinen Texten klingt nicht nur Wehmut, sondern auch Hoffnung und vor allem – viel Liebe!

Und nicht jede Tat muss groß sein, auch nicht jeder Mensch ein Held - in dem bildgewaltigen Stück fische aus beton beschreibt Tieden neben den seelischen Untiefen, in die sein Gegenüber versank, auch die Selbsterkenntnis und das Bedürfnis als Held aufzutreten - aus der Sicherheit des Beckenrandes. “Kniehoch in zahmen Fluten” entlarvt er den Strahlenritter, den jeder für seine nächsten spielen will.

In der dunkelsten Nacht
Dass inmitten der Dunkelheit auch immer das Licht ist, greift die musikalische Aufarbeitung eines Gedichts von Mascha Kaléko auf. Nachts II. zeigt, Hoffnung braucht nicht viele Worte: „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond“.
Musikalische Handarbeit und Meeresklänge Neben Ole Tieden (Gesang, akustische Gitarre) prägen Stefan Wurz (akustischer Bass, E-Gitarren, Piano) und Dennis Brendes (Schlagzeug) den intimen Sound der elf Stücke.

Ein stimmig Ergänzendes Element bilden die Field Recordings von Frank Wendeberg und der Audio Union GbR: Das Rauschen und die weiten, windigen Klangkulissen des Wattenmeers, die subtil in ausgewählte Stücke eingewoben sind, geben dem Album einen Hauch von Heimatluft. Arrangiert und produziert in enger Zusammenarbeit von Stefan Wurz und Ole Tieden, wurde das
Album mit viel Liebe zum Detail im Subterrasound Tonstudio in Hildesheim aufgenommen. Das Mastering von Martin Schnella lässt den akustischen Instrumenten viel Raum zum Wirken. Entstanden ist ein in sich ruhendes und nachdenkliches Erstlingswerk – visuell wunderschön eingefangen durch die Arbeit von Julia Eichstädt.
(Lars T.)

Wer Wenzel kennt, wird Ole lieben!

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